Startseite · Legenden & Bräuche · Strigoi und Moroi – die untoten Geister der Karpaten
Die rumänische Folklore hinter den Karpaten-Chroniken – und die Wurzel des Vampir-Mythos.
Lange bevor Bram Stoker seinen Grafen nach Transsilvanien setzte, kannten die Menschen der Karpaten ihre eigenen Untoten: strigoi und moroi. Sie sind die Wurzel des Vampir-Mythos – und viel älter.
Das Wort strigoi stammt vom lateinischen strix (Nachtvogel, Hexe) und ist mit dem Verb a striga verwandt: rufen, schreien. Man unterscheidet den strigoi viu (den lebenden) und den gefürchteten strigoi mort – den Toten, der das Grab verlässt.
Der moroi ist eng verwandt: das Phantom eines Verstorbenen, das den Lebenden Kraft entzieht. Sein Name wird auf das altslawische mora zurückgeführt – den Albtraum. Ob stafii, strigoi oder moroi: allen liegt derselbe Gedanke zugrunde – der Tod ist keine sichere Grenze, etwas kehrt zurück und ruft. Genau davon handeln die Karpaten-Chroniken.
Der Glaube an solche Untoten ist keine reine Erfindung der Folklore – er hat Aktenspuren hinterlassen. 1725 dokumentierte der habsburgische Beamte Ernst Frombald den Fall des Petar Blagojević (in westlichen Quellen als „Peter Plogojowitz" überliefert) im serbischen Kisiljevo: Nach seinem Tod starben binnen acht Tagen neun Dorfbewohner, das Grab wurde geöffnet, der Leichnam als unverwest beschrieben und gepfählt. Frombalds Bericht erschien in der Wienerischen Zeitung und gilt als einer der Auslöser der europäischen „Vampir-Manie" des 18. Jahrhunderts. Dass solche Ängste bis in die Gegenwart reichen, zeigte sich 2004 im südrumänischen Marotinu de Sus: Verwandte exhumierten den Leichnam des verstorbenen Petre Toma, entfernten das Herz und verbrannten es – sechs Beteiligte wurden später wegen Störung der Totenruhe verurteilt. Bereits 1888 widmete die schottische Autorin Emily Gerard dem rumänischen Vampir- und Werwolfsglauben in ihrem Buch The Land Beyond the Forest ein eigenes Kapitel.
Der strigoi viu ist der lebende, zum Strigoi bestimmte Mensch, der strigoi mort der gefürchtete Tote, der das Grab verlässt.
Das Phantom eines Verstorbenen, das den Lebenden Kraft entzieht – sein Name wird auf das altslawische mora zurückgeführt, den Albtraum.
Ja – lange bevor Bram Stoker seinen Grafen nach Transsilvanien setzte, kannten die Menschen der Karpaten ihre eigenen Untoten. Strigoi und Moroi sind die Wurzel des Vampir-Mythos.
Der Unterschied zwischen den beiden untoten Gestalten.
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Die Karpaten-Chroniken von Corben Vale erzählen genau solche Geschichten – nach wahren Begebenheiten. „Das Dorf der Erhängten“ und „Stafii“ sind in sieben Sprachen erschienen.
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Schutz vor dem Wiedergänger: Sichel über dem Hals, Dorn im Mund.