Startseite · Legenden & Bräuche · Wer antwortet, ist verloren – der Aberglaube der nächtlichen Stimmen

Aus den Karpaten

Wer antwortet, ist verloren

Ein Aberglaube aus den Karpaten – und die Regel, die in „Stafii“ über Leben und Verlust entscheidet.

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In den Karpaten gibt es eine Regel, die Kinder früh lernen und Erwachsene nie vergessen: Ruft dich nachts eine Stimme beim Namen, dreh dich nicht um und antworte nicht.

Woher der Aberglaube kommt

Wer nachts seinen Namen hört und niemanden dahinter sieht, hört – so der Glaube – keine Menschen, sondern die Stimmen der Toten. Wer sich umdreht oder antwortet, nimmt ihren Besuch an. Und ein angenommener Besuch lässt sich nicht zurücknehmen.

Warum gerade der Name

Der Name ist im Volksglauben kein Etikett, sondern ein Griff: Wer ihn ausspricht, hat Macht über den Gerufenen. Deshalb rufen die Stafii beim Namen – und deshalb ist das Wort für den Untoten, strigoi, mit a striga verwandt: rufen, schreien. In „Stafii“ wartet Florica vierzig Jahre auf eine Stimme, der sie einmal geantwortet hat. Mehr dazu in den Karpaten-Chroniken.

Dokumentierte Fälle

Die Regel, nachts keiner rufenden Stimme zu antworten, steht nicht allein. Sie ist eng mit dem Glauben an die Iele verwandt – weibliche Geistwesen der rumänischen Folklore, die in akademischen Volkskunde-Archiven (u. a. dem Digital Folklore Archive der University of Southern California) bis heute von Informanten aus Rumänien beschrieben werden: Wer ihrem Ruf oder Gesang folgt, verliere den Verstand oder werde krank. Dieselbe Grundregel – nicht reagieren, nicht antworten, nicht hinschauen – taucht in den frühesten ethnografischen Sammlungen zum rumänischen Volksglauben immer wieder auf, meist im selben Atemzug mit den Strigoi, die ihre Opfer ebenfalls beim Namen rufen sollen.

Häufige Fragen

Was besagt die Regel „Wer antwortet, ist verloren“?

Ruft dich nachts eine Stimme beim Namen, sollst du dich nicht umdrehen und nicht antworten – wer reagiert, nimmt nach dem Volksglauben den Besuch der Toten an, und ein angenommener Besuch lässt sich nicht zurücknehmen.

Warum ist gerade der eigene Name gefährlich?

Der Name gilt im Volksglauben nicht als Etikett, sondern als Griff – wer ihn ausspricht, hat Macht über den Gerufenen.

Hängt das Wort „strigoi“ mit dieser Regel zusammen?

Ja – strigoi ist mit a striga (rufen, schreien) verwandt, weil die Stafii ihre Opfer beim Namen rufen.

Wo taucht dieses Motiv in den Karpaten-Chroniken auf?

In „Stafii“ wartet die Figur Florica vierzig Jahre auf eine Stimme, der sie einmal geantwortet hat.

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Die Karpaten-Chroniken von Corben Vale erzählen genau solche Geschichten – nach wahren Begebenheiten. „Das Dorf der Erhängten“ und „Stafii“ sind in sieben Sprachen erschienen.

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